Pressestimmen zu „Wunschlos glücklich“
„Wunschlos
glücklich“, so der Titel des neuen und „von führenden Feen“ empfohlenen
Programms, das jetzt im Frankfurter Mousonturm Premiere hatte, ist mehr
als nur ein weiterer Chansonabend des Duos geworden, nicht nur, weil der
in Bad Homburg geborenen Chansonnier wie stets einen glänzenden
Conférencier in eigener Sache abgibt.
Dass seine eigenen
Texte wie „Schneewittchen“ sich nicht in jedem Fall mit den Chansons und
Couplets von Friedrich Hollaender, mit Kändlers „Nummer 9“ oder
Kreislers von Larbig eigens vertontem „Warum kann ich dich gestern nicht
mehr lieben?“ messen können – egal. Seine Mischung aus Klassikern und
Trouvaillen von Otto Reutters „Blusenkauf“ bis Robert T. Odemans „Auf
einer einsamen Insel“, von Kitsch, Schlager und Frivolitäten ist, wie
stets in van Nelsens Programmen, ebenso kenntnisreich wie erfrischend
unkonventionell.
Vor allem aber
bietet ihm „Wunschlos glücklich“ einmal wieder die Gelegenheit, lustvoll
sein kabarettistisches Talent auszuspielen, sei es mit Mary Roos´ „Mama,
verzeih mir“, sei es auf Kosten des greisen Johannes Heesters. Frecher,
respektloser und abgründiger als mit „Ein Glück, dass man sich so
verlieben kann“ kann man den ewigen Jopie kaum veralbern.
Und doch sind die
schönsten Momente dieses trotz 130 Minuten Dauer kurzweiligen Abends
die, in denen van Nelsen dem Glück nicht nur dabei zusieht, wie es kommt
und für ein, zwei Augenblicke bleibt, sondern in diesen wunschlos
glücklichen Momenten mit sanfter Melancholie auch schon den wohlig-süßen
Schmerz ihres alsbaldigen Verschwindens ahnt. Denn das Glück, so lehren
Chansons und Leben, ist allemal ein launiger Begleiter. Und die Zeiten,
in denen das Wünschen noch geholfen hat, sind abseits der Märchen,
Mythen, Cabarets und Kleinkunstbühnen womöglich schon lange vorbei.
FAZ, 25.03.2009
Zum wunschlosen
Glück mit oder ohne Fee gab es an diesem Abend mit seinen zwei Dutzend
Liedern, davon rund fünf (und nicht die schlechtesten, noch auch die
heitersten) vom singenden und spielenden Duo selbst verfasst, manchen
Anlass. An frivoler Frechheit und kitschigem Melodram, so zeigte sich,
sind die beiden kaum zu überbieten, darauf festzulegen ebenso wenig.(…)
Ein witziges und gefühliges Programm voll Pathos-Kitsch und mal
ironischem, mal zynischem Sarkasmus.
Frankfurter Neue
Presse, 21.03.2009
Obwohl Jo van Nelsen
auf der Bühne immer so fröhlich und unschuldig-herzlich lacht, sind
seine Texte und Lieder auch in seinem neuen Programm diabolisch wie
stets, bissig, ironisch, doppel- oder besser eindeutig zweideutig und
hintersinnig. Immer wieder kippt sein Humor ins Pechschwarze um, immer
wieder führt er sein Publikum aufs Glatteis und schlägt unerwartete
Haken.
Kronberger Bote,
16.07.2009
Von den Brüdern Grimm übers
20-Jahre-Abi-Jubiläum bis zum Frust im Chatroom reicht der Spaziergang.
Dass reichlich gesungen wird, versteht sich beim Musiker-Duo von selbst.
So erzählt van Nelsen mit „Bei der Großmutter liegt der Wolf im Bett“
eine Rotkäppchen-Version, die wenig kindertauglich, dafür aber umso
amüsanter ist. Ein Schicksal, das auch Schneewittchen widerfährt, der
van Nelsen und Larbig skrupellos eine Affäre mit den sieben Zwergen
andichten. Alte Songs, neue Songs, Chansons, Swing, Liebes- oder
Spottlieder auf Schwächen der Menschen: Larbig und van Nelsen
präsentieren sich vielseitig und ironisch, für den Raum fast zu
stimmgewaltig. Dem Vergnügen tut das keinen Abbruch – ein Programm,
dessen gute Laune ansteckt!
Offenbach Post,
16.06.2009
Wer am vergangenen
Donnerstag bei Jo van Nelsens Programm "Wunschlos glücklich" im KFZ
Marburg war, könnte zukünftig beim Blick auf den Frühstückstisch schon
mal ins Grübeln geraten.Denn Nelsens Theorien über die Wahl der
Brötchensorten und seine daraus resultierenden Rückschlüsse auf die
jeweiligen sexuellen Vorlieben des Essers sind nicht nur unterhaltsam,
sondern regen durchaus zum Nachdenken an. "Ich war schon immer ein
bekennender Mehrkorntyp", verkündet er verschmitzt-lächelnd, preist die
Vorzüge des "knackigen Roggenbrötchens" ebenso wie die des "schlampigen
Plunderteilchens", um gleich weiter über den Sinn lebenslanger Treue und
daraus resultierend über Hochzeiten zu sinnieren: "Das sind doch recht
entbehrliche Veranstaltungen!" Viel lieber beschäftigt sich van Nelsen
singend mit Liebe, Lust und Leidenschaft und balanciert zweieinhalb
Stunden lang geschickt auf dem schmalen Grat zwischen Kitsch und Poesie.
Mal sind seine Lieder zum Brüllen komisch, etwa die Ballade vom
Blusenkauf, eine Melange zwischen Wilhelm Busch und Heinz Erhardt, mal
nachdenklich und leise, wenn er über die Liebe singt.Van Nelsens große
musikalische Klasse wird optimal ergänzt vom Mann am Klavier, Thorsten
Larbig, der auch als Stichwortgeber fungiert und herrlich-schräg den
Begleitchor mimt. Und es finden sich nahezu alle musikalischen Genres:
Rock’n’Roll, Chansons, Schlager und Jazz - kein Problem für van Nelsen.
Am allerliebsten jedoch lästert er. Charmant, originell und bissig
befasst er sich etwa mit Abi-Treffen oder alternden Entertainern. "Ich
gebe Ihnen mal einen Ausblick auf meine 35. Abschiedstournee!",
verkündet er und mimt herrlich böse einen zittrig-krächzenden Sänger,
der steifbeinig über die Bühne humpelt und dabei entrückt vom
jugendlichen Verliebtsein schwärmt. Und weil es ums Glück geht in seinem
Programm, nimmt er sich natürlich auch Märchen vor, denn dort wird
schließlich glücklich bis zum Ende gelebt. Alles Unsinn, weiß van Nelsen
und präsentiert, wie das Märchen von Schneewittchen ganz anders hätte
ausgehen können. So kommen die KFZ-Besucher in den Genuss einer
Geschichte, in der neben sieben knackigen Zwergen ein mürrischer König,
ein hemmungsloses Schneewittchen sowie sieben entzückende Kinder eine
Rolle spielen - und natürlich jede Menge Liebe, Lust und Leidenschaft. ,
Oberhessische Presse 03.12.2009