Jo van Nelsen – Regiearbeit und Coaching

Seit 2001 führt Jo van Nelsen Regie in den Bereichen Chanson, Musikkabarett, Comedy und A-Capella, an größeren Bühnen in den Sparten Boulevard, Operette/ Musical und zeitgenössisches Sprechtheater.

Dabei kommen ihm seine eigene Bühnenerfahrung, seine Zeit als Dramaturgie- und Regieassistent am Schauspiel Frankfurt, als auch seine Ausbildung als Systemischer Coach zu gute (so arbeitet Jo gerne in den Anfangsproben zur Rollen- oder Themenfindung mit dem Mittel der sog. “Drehbuchaufstellung”. Mehr dazu auf seiner Coaching-Seite www.jo-coaching.com).

Die Regiearbeit wird bei Bedarf ergänzt durch Skriptdoctoring und dramaturgische Arbeit.
Hierbei kann Jo Einzelkünstler über einen längeren Zeitraum etappenweise in 1- oder 2-Tages-Coachings bis zur Premiere begleiten oder aber auch in einer intensiven mehrtägigen Probenphase.
Desweiteren bietet Jo immer wieder Seminare zu den Themen “Atem und Stimme” und Chanson-Meisterklassen an (aktuelle Daten finden Sie im Terminplan).

Ein Wunschtraum von Jo van Nelsen wäre die Inszenierung einer Operette an einem großen Haus.

Mehr zur Regiearbeit von Jo van Nelsen

Aus der Pressemappe des TfN zu Konfetti!: Drei Fragen an den Regisseur Jo van Nelsen

Sie sind nicht nur Regisseur, sondern auch Chansonnier, Varieté-Moderator, systemischer Coach, Autor und Übersetzer. Was ist es, das Sie speziell am Inszenieren reizt?

Ich habe in den vergangenen Jahren auch als Schauspieler auf der Bühne gestanden und dabei Regisseure erlebt, die mit sehr viel Druck gearbeitet haben. Ich wollte zeigen, dass es auch anders geht. Ohne Rumgebrülle, ohne die Darsteller unter Druck zu setzen.

Und außerdem liebe ich Unterhaltungstheater. Ich inszeniere sehr gern Komödien und Boulevardtheater, weil ich zeigen möchte, dass man diese oft unterschätzten Stücke auch sehr ernst nehmen kann.

Was bringen Sie aus Ihren anderen Tätigkeitsfeldern in die Regiearbeit mit ein?

Zum einen die eigene Bühnenerfahrung. Ich weiß, in welcher Position die Schauspieler sind und kann dadurch oft Probleme lösen, bevor sie wirklich ein Problem sind. Einfach weil ich aus eigener Erfahrung weiß, was der Schauspieler gerade braucht.

Zum anderen ist mir meine Ausbildung als systemischer Coach sehr von Nutzen. Dabei arbeite ich mit Familienaufstellungen. Das ist eine therapeutische Form, bei der Menschen stellvertretend in die Rolle eines Familienmitglieds desjenigen schlüpfen, dessen Familie gerade aufgestellt wird. In den Spannungen zwischen diesen Stellvertretern können sich bislang verborgene Konflikte dieser Familie zeigen und gelöst werden. Dieses Verfahren lässt sich auch für Theaterfiguren anwenden. Denn gerade im Boulevardtheater oder noch stärker hier in „Konfetti!“ erfährt man aus dem Textbuch oft nur sehr wenig über die Figuren. Indem man die Figuren aufstellt, teilen sie sich dem Regisseur und den Schauspielern in einer sehr körperlichen, direkten Weise mit. Das erleichtert den Darstellern das Finden der Figur enorm. In meinen Inszenierungen biete ich das dem Ensemble immer an und auch bei „Konfetti!“ haben wir die Probenarbeit damit begonnen. Für die Schauspieler bildet diese Aufstellung einen wertvollen Fundus von Informationen über die Figur, auf den man in der Probenarbeit jederzeit sehr einfach zugreifen kann.

Wie sah die Zusammenarbeit mit dem Zauberer Matthias Wesslowski aus? Gab es einen Kampf darum, wessen Ideen den meisten Raum bekommen?

Gar nicht. Das Stück macht sehr klare Vorgaben, wo die Zaubertricks in welcher Weise eingesetzt werden sollen. Das habe ich teilweise noch zugespitzt, aber an den meisten Stellen ergibt es sich von selbst. Manche der Zaubertricks sind extra dazu da, um von der Spielhandlung abzulenken, andere sind so in die Spielhandlung eingebaut, dass das eine ohne das andere nicht denkbar wäre, und manche Tricks werden als komplett eigenständige Shownummern präsentiert.

Matthias Wesslowski hat die Tricks mit den Schauspielern einstudiert und dabei auch jede Menge eigene Vorschläge gemacht. Meine Aufgabe war es dann, die Fülle der Zaubereien zu ordnen und den jeweils geeigneten Platz im Stück dafür zu finden. Da haben wir uns die Bälle gegenseitig zugespielt. Wenn Matthias Wesslowski eine gute Idee hatte, habe ich einen geeigneten Platz dafür gesucht und wenn mir an einer Stelle noch ein Trick fehlte, hat er dafür einen Vorschlag gemacht.