Die Schlangendame

Otto Julius Bierbaums „Die Schlangendame“ – ein frivoler Roman aus dem Jahre 1896 zum Wiederentdecken, Staunen und Schmunzeln!

Der satirische Roman „Die Schlangendame“ ist eine literarische Perle, die in Sujet und Atmosphäre Heinrich Manns „Professor Unrat“ (aka „Der Blaue Engel“) und Kurt Tucholskys „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“ vorwegnimmt: Mathilde Holunder, gefallene Pfarrerstochter, verdingt sich in einem Varieté als biegsame „Schlangendame“. Dort trifft sie auf den leichtlebigen Studenten Brock, mit dem sie ein Liebesverhältnis gegen jede Konvention eingeht – um über viele Umwege schließlich doch im Hafen der Ehe zu landen.

Unkonventionell und libertinär ist der Roman, wie das Jahr, in dem er entstanden ist und das in Bild und Ton in dieser Lesung wiedererstehen wird: 1896 feierten die Deutschen das 25jährige Bestehen des Kaiserreiches und seiner preußischen Ordnung, aber auch die Premiere der veristrischen Puccini-Oper „La Bohème“; die ersten U-Bahnen fuhren durch Glasgow und Budapest und in London beklagt man das erste Opfer eines Verkehrsunfalls, an dem ein Automobil beteiligt war. Und: 1896 wurden in Deutschland die ersten Filme in Varietés und auf Jahrmärkten gezeigt!

Ebenso unkonventionell der Autor der „Schlangendame“: Als Otto Julius Bierbaum 1910 mit nur 44 Jahren in Dresden stirbt, gilt er als einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren – heute ist er fast vergessen. Vielleicht, weil er wie kaum ein zweiter am Puls seiner Zeit lebte: Er ist Vordenker des deutschen Kabaretts in seinem Roman „Stilpe“; der erste Automobilist, der 1903 die Alpen überquert, darüber einen höchst vergnüglichen Bericht schreibt und damit das erste Autoreisebuch der deutschen Literatur schafft; Förderer der modernen Literatur- und Kunstszene durch die Gründung diverser Zeitschriften (aus einer geht der noch heute existierende Insel Verlag hervor); ein Mann, der nachts arbeitet und tagsüber schläft, wie besessen sein Privatleben und seine Gesundheit opfert für die Dinge, die ihm JETZT wichtig erscheinen, der unbedingt Chronist seiner Zeit sein will. 2015 jährt sich sein Geburtstag zum 150. Mal – ein willkommener Anlass, wieder an diesen einzigartigen Spötter des Kaiserreichs zu erinnern.
Mehr zu Otto Julius Bierbaum bei Wikipedia.

Der Grundgedanke der Grammophonlesungen, nämlich den Soundtrack zum Text direkt aus dem Trichter kommen zu lassen, wird bei dieser Lesung noch durch Einspieler früher Stummfilme ergänzt, die Original-Varieté-Nummern der Jahrhundertwende zeigen. Freuen Sie sich auf einen Abend voller Schlangendamen, Serpentinentänzerinnen, stimmungsvoller Walzer und dem Schmelz des Jahrhunderttenors Enrico Caruso.

Mehr zu den Grammophon-Lesungen

Mit den Grammophon-Lesungen präsentiert Jo van Nelsen ein ganz neues Format auf deutschen Bühnen.Längst vergessene Texte und Sujets werden dem Vergessen entrissen; der Soundtrack dazu kommt direkt vom Grammophon – originaler geht’s nicht!

Was Weihnachten 1979 mit einem braunen Koffergrammophon und 5 Schellackplatten begann, ist im Laufe der Jahre zu einer beachtlichen Sammlung angewachsen. Damit diese Schätze nicht im Privaten verborgen bleiben, sondern einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden, entwickelte Jo diese neue Reihe.
Ob markige Märsche des Ersten Weltkrieges, säuselnde Salonmusik oder schmalzige Weihnachtsmelodramen – dem Knistern der Schellackplatten und dem ungewohnten Klang eines Grammophons kann sich kein Zuhörer entziehen: „Es ist, als ob die Zeit im Trichter stecken geblieben wäre, und man hineingesogen würde. Faszinierend!“ (Gästebucheintrag einer Besucherin der „Ginster“-Lesung, Frankfurt, 2013).

Wie schon in seinen Lesungen der letzten Jahre erweist sich Jo auch hier wieder als perfekter Interpret, der Texte mühelos lebendig werden lässt. Die Bandbreite reicht von propagandistischen Weihnachtsgedichten (in „Lametta, Gans und Siegerkranz“) über einen Meilenstein der Neuen Sachlichkeit (Kracauers „Ginster“) bis zum satirischen Varieté-Roman („Die Schlangendame“, 1896). Weitere Lesungen, so zum Beispiel mit Ausschnitten aus Kitsch-Romanen des 19. Jahrhunderts und zur Geschichte der Schallplatte, sind in Planung.

Die Verschränkung von Text und Musik, nebeneinander und übereinander, meist ergänzt durch zeitgenössische Bilder und Illustrationen, präsentiert sich als multimediales Ereignis fern jedes trockenen Geschichtsunterrichts oder einseitiger Nostalgieverklärung. Im Mittelpunkt der Grammophon-Lesungen steht der Spaß am Entdecken des Vergangenen, das staunende Kopfschütteln über Kurioses, das Gruseln über Gewesenes.

Diese abendfüllenden Grammophon-Lesungen sind bereits im Tourneeplan:
„Lametta, Gans und Siegerkranz“ – Ein skurriler deutscher Weihnachtsabend
„Ich verstehe nichts von Kriegen! Lassen Sie mich fort!“ – Der Beginn des I. Weltkrieges in Siegfried Kracauers Roman Ginster (1928)
„Die Schlangendame“ – Ein satirischer Roman aus dem Jahre 1896 von Otto Julius Bierbaum zum Wiederentdecken, Staunen und Schmunzeln

Presse

„Einen guten Roman zu lesen, ist schön. Noch viel schöner ist es jedoch, ihn von Jo van Nelsen vorgelesen zu bekommen.“  (Hans Hirschmann: „Belle Époque contra Preußische Ordnung“, in: Frankfurter Neue Presse, 08.04.2016)

 „Amüsiert, konzentriert, vergnügt schmunzelnd, lachend oder spontan applaudierend verfolgte das Publikum (…) die Grammophon-Lesung „Die Schlangendame“ von Jo van Nelsen. (…) (Die) setzt sich wie ein Puzzle aus Lesung, Kommentar, Informationen, Musikeinspielung, Stummfilmen, historischen Ansichtskarten und Fotos zusammen. Je nach Szene holte der Künstler die einzelnen Teile aus seinem, einem Schatzkästchen gleichenden Fundus. (…) In seiner zweiten Grammophon-Lesung nimmt der lesende, seufzende, in die Romanfiguren förmlich eintauchende van Nelsen sein Publikum mit auf eine spannende, informative und stimmungsvolle Zeitreise, die es sich zu sehen und hören lohnt.“
(Christine Fauerbach: „Zeitreise mit Grammophonrauschen“, in : Wetterauer Zeitung, 08.04.2016)

„Wenn van Nelsen an der Kurbel dreht, wirkt er so liebevoll wie ein Vater, der seinem Kind über den Kopf streicht. (…) Er scheint mit Bierbaums Text zu verschmelzen.“
(Morten Friedel: „Als wäre es strahlende Gegenwart“, in: F.A.Z., 14.03.2015)

„Diese Stimme, die Geschichten in Bilder übersetzt – wunderbar!“
(Gästebucheintrag nach der Premiere, 12.03.2015)

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Die Pressefotos mit 300dpi finden Sie ebenfalls im Media Bereich

Hörbeispiel

Audioausschnitt „Die Schlangendame“, aufgenommen bei der Premiere am 12.03.2015 in der Romanfabrik, Frankfurt.
Zu hören sind das Tongemälde „Ein Studentenkommers“ (Potpourri studentischer Lieder von Richard Thiele, aufgenommen 1927), ein Textauszug aus dem Roman, sowie der Marsch „Untern Linden“ von Walter Kollo).

> Hörprobe aus dem Hörbuch „Die Schlangendame“ (CD 1 – Titel 11), Studiofassung, hr2-kultur 2015 (im Shop erhältlich):

> Vorstellung des Hörbuchs „Die Schlangendame“ und Interview in der Sendung „Hörbuchzeit“, hr2-kultur, am 18.2.2017 hier anhören als podcast.

Video

„Miss Harry, das Schlangenmädchen“ – ein frühes Filmbeispiel der beliebten Varietédarbietung, hier mit moderner Musik unterlegt…

Technik

Ton- und lichttechnische Anlagen werden vom Veranstalter gestellt.
Der Künstler bringt sein Grammophon und die benötigten Schellackplatten mit (das Grammophon benötigt keinen Stromanschluss); desweiteren sein headset (sennheiser ew100). Bitte halten Sie aber ein weiteres Headset bereit, falls es ein Problem mit der am Veranstaltungsort zulässigen Funkstrecke gibt. Ebenfalls bringt der Künstler ein Laptop (ASUS R556 L, 15,1″) mit VGA- und HDMI-Ausgang, sowie einen Presenter für PowerPoint Präsentation mit. Eine Stromverbindung auf der Bühne für das Laptop ist zwingend nötig.

Der Veranstalter stellt:
1 Stuhl mit planer Sitzfläche (kein Sessel!), 1 Tisch mit den Maßen min. 150 x 90 cm, alternativ 2 Tische 90 x 90 cm. 3 Flaschen stilles Mineralwasser, 1 großes Glas ohne Aufdruck. Links vom Tisch (Bühnendraufsicht) eine Leinwand o.ä. Projektionsfläche.
1 CD-Player und 1 Beamer für Einspieler in Bild und Ton. Auf der Bühne: Anschlüsse für das Laptop des Künstlers, die eine sichere Kommunikation zwischen Netbook und Beamer garantieren.
Das Laptop muss im Bereich der Spielfläche postiert werden, da der Presenter nur eine Reichweite von 10 Metern hat. Die Verbindung zum Beamer des Veranstalters muss daher auf die Bühne (nicht in die Technik) gelegt werden! Der Beamer des Veranstalter muss einen VGA, bzw. einen HDMI Anschluss haben. Bitte halten Sie auch die entsprechenden Kabel zur Verbindung mit dem Notebook des Künstlers bereit. Für die Übertragung der Audiodateien aus dem Laptop empfiehlt sich die Bereitstellung einer DI-Box. Bitte zur Verbindung mit Laptop ein Kabel Klinke groß männlich auf Klinke klein männlich bereithalten.

Weiterhin wird ausreichendes Leselicht auf der Bühne von hinten oben oder seitlich gebraucht (ersatzweise: Leselampe auf dem Tisch) und Beleuchtung von vorne (Gesamtausleuchtung der Bühne in weiß, evtl. noch eine kleinere Ausleuchtung nur auf den Tisch). Farbiges Licht auf Vorhang hinten wünschenswert.

Desweiteren stellt der Veranstalter in Räumen über 50 Personen 1 Mikrophon auf Galgenstativ oder (bevorzugt) 1 headset mit Funkstrecke zur evtl. Verstärkung des Grammophons.

Bitte beachten Sie – die Technischen Anforderungen dienen der ersten Orientierung. Selbstverständlich kann alles auf die technischen Gegebenheiten in Ihrem Haus angepasst werden. Bitte sprechen Sie uns an.

Werbemittel


Plakatformate:
A1 lang – 42 x 118,8 cm (Bilderdruckpapier)

A2 lang – 29,7 x 84cm (Affichenpapier)

Sie möchten das Plakat mit Ihrem eigenen Logo versehen und selbst in Druck geben? Die Datei dafür finden Sie hier.

Flyer Grammophonlesungen:
A6 lang (Vorderseite wie Plakat)

Die Schlangendame – Die nächsten live-Termine

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