Jim Baker (Hrsg.), Hiebe und Triebe 2. Sexgeschichten.
Bereits zum zweiten Mal widmet sich der Querverlag dem Bedürfnis seiner Leserschaft nach schrittgriffigem Lesestoff. Hat Herausgeber Jim Baker noch in seiner ersten Sexgeschichten-Anthologie „Hiebe und Triebe“ auf bekannte Autorennamen gesetzt (wie Ralf König, Pornostar Wolff, Peter Hofmann, Thomas Plaichinger), lässt er nun eher unbekannte Autoren zu Wort kommen. Herausgekommen ist dabei ein ausgesprochen fantasievolles Buch, dass ein großes Lesevergnügen bereitet (von anderen Vergnügungen ganz zu schweigen). Der studierte Skandinavist Klaus Berndl etwa präsentiert seine Sexgeschichte als stilechte nordische Hunnensage, Simon Froehling als beklemmend-ironische „Backstage“-Story, Everhard Hofsümmer bietet gar eine Fortsetzung seiner saftigen Pornokino-Story via e-mail an.
Daneben wirkt das klassische Rein-Raus-Strickmuster in David B.Hardens „Toter Grund“ genau so leblos, wie der Titel es bereits unfreiwillig andeutet. Von den arrivierten Autoren mag Michael Sollorz wiedereinmal mit seiner wunderbaren Melancholie, die der Geilheit keinen Abbruch tut, zu bestricken, während Stephan Niederwieser auch unter blumigem Pseudonym geschwätzig bleibt wie eh und je.
Wer nicht nur nach der Devise lebt „Reden ist Silber, Ficken ist Gold“ wird an diesem Buch viel Spaß haben.
Jim Baker (Hrsg.), Hiebe und Triebe 2. Sexgeschichten.
Broschiert, 216 S.; € 15,50. ISBN 3-89656-082-4