Helen Vita: Freche Chansons

„Solche Dinge gehören ins Dunkel und vor allem nicht gesungen!“ So zitierte Helen Vita (1928-2001) zu Beginn ihrer Konzerte gerne den Staatsanwalt, der 1964 ihre Schallplatten mit frivolen Chansons aus dem alten Frankreich auf den Index setzen ließ. Doch der Handel mit den schwarzen Scheiben florierte unterm Ladentisch prächtig weiter, so dass der deutsche Übersetzer dieser deftigen französischen Texte auf volkstümliche Melodien auch bald sich in England und Amerika zwecks Nachschub umsah. 6 Schallplatten sind so entstanden – noch heute begehrte Sammlerstücke, denen ein Hauch Verruchtheit anhaftet. Denn neben Oswalt Kolle war Helen Vita lange Zeit das Synonym für Sexuelle Befreiung in Deutschland, wenngleich auch viel bürgerlicher, als es den 68ern lieb war. Das Image der Sex-Sängerin schmeckte der brillanten Tucholsky-Interpretin nicht immer. Doch immerhin erhielt sie für ihre Aufnahmen zeitgleich mit dem richterlichen Verbot auch zweimal den Preis der Deutschen Schallplattenkritik! Bear Family macht jetzt diese Aufnahmen erstmals auf 3 CDs zugänglich, wie immer komplettiert mit einem wunderschön gestalteten Begleitbuch. 

Helen Vita: Freche Chansons; BCD 16051 CK; 3-CD-Box mit 80-seitigem Buch. Ca. DM 150,--

Text-Copyright by Jo van Nelsen, 2001.  

Erschienen bei Hinnerk, Februar 2002 www.hinnerk.de

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