Jo van Nelsen (geboren 1968 in Bad Homburg) wird gerne in der Presse als „Kulturallrounder“ bezeichnet. Begonnen hat er als Chansonnier und brachte bislang 25 Soloprogramme auf die Bühne und 26 verschiedene Tonträger in die Läden (u.a. 1989 den Top-Ten-Hit „Der Erdbeermund“). Er arbeitetet als Schauspieler und Moderator in Theater und Varieté (u.a. Tigerpalast, Frankfurt/M.), im Rundfunk und im Fernsehen. Als Sprecher leiht er seine prägnante Stimme den verschiedensten Charakteren in so prominenten Spielen wie „World of Warcraft“ und „Final Fantasy“. Er erhielt u.a. den Ralph-Benatzky-Chansonpreis und den Thüringer Kleinkunstpreis. Seit 2001 arbeitet er vermehrt als Regisseur im Bereich Theater und Kleinkunst. Als Autor hat Jo van Nelsen ein Standardwerk zur Geschichte des deutschen Kabarettchansons bei dtv veröffentlicht, 2006 wurde sein erstes Theaterstück in Stuttgart uraufgeführt. Seit 2009 arbeitet er zudem als Systemischer Coach. Er lebt in Frankfurt am Main.

JO VAN NELSEN
Geboren am 28.08.1968 in Bad Homburg vor der Höhe.

  • 1988 Schulabschluss mit dem Abitur in Bad Homburg v.d.H
  • 1989-1990 Dramaturgie- und Regieassistenz bei Rainer Mennicken am Schauspiel Frankfurt/M.
  • Seit 1989 Arbeit als Chansonnier, Schauspieler, Sprecher und Moderator/Conferencier in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland
  • Seit 1997 Arbeit als Radiomoderator und Radio-/Printautor
  • 1998-2000 Ausbildung zum klassischen Bariton bei Wolfgang Grimm, Frankfurt/M. Weiterbildung in Sprechtechnik/ funktionalem Stimmtraining
  • Seit 2001 Arbeit als Regisseur
  • Seit 2005 Arbeit als Bühnenautor
  • Seit 2009 Arbeit als Systemischer Coach
  • Seit 2014 unterwegs mit dem Bühnenformat „Jo van Nelsens Grammophon-Lesungen“

Komplette Biographie (chronologisch)

1989
„La nuit en rose“ (Chansonprogramm)
TV-Auftritte und Tournee durch Deutschland, Frankreich, Schweiz als Mitglied der Popgruppe Culture Beat mit dem Dancefloor-Hit „Der Erdbeeermund“

1990
„Lauter Lügen“ (Chansonprogramm)
TV „Liebesgeschichten – Frauen sind keine Engel“ (Personalityauftritt; P: HR, R: Michael Becker)

1991
„Küß mich unterm Gummibaum – Die deutsche Nachkriegsrevue“ (Solorevue)

1992
„Eine starke Blondine“ (Dorothy-Parker-Projekt im Duo mit Evi Niessner; P: mainzer kammerspiele; R: Claudia Wehner)
Promo-Tour zur CD „Im Dunkel der Nacht“ (mit Band Die Schwindler; Columbia/SONY)
Ralph-Benatzky-Chansonpreis

1993
„Die Nacht der Tribaden“ (Schauspiel von Per Olov Enquist; Rolle des Schiwe;
P: mainzer kammerspiele; R: Claudia Wehner)
TV „Nachtrunden“ (Rolle des Nachtclubsängers; P: HR; R: Sylvia Hofmann)
Lesungen (aus Werken von Hervé Guibert, Arnolt Bronnen, Baby Neumann, Friedrich Hollaender, u.a.)

1994
„Jo van Nelsen singt und liest Friedhelm Kändler“ (Chansonprogramm)
„ich will. Ein Chansonabend für dich, für mich und für Hildegard Knef“ (Biographische Solorevue um das Leben der Knef; R: Claudia Wehner)
„Es leuchten die Sterne“ (Chansonprogramm)
Beginn der Zusammenarbeit mit dem GOP Varieté Hannover als Conferencier
„Heimat“ (Beitrag zur Anthologie „Ein Ort, überall“, magnus buch)
1995
„Vive la chanson!“ (Einwöchige Werkschau im Mousonturm, Frankfurt/M.)
„Geschichte des Chansons in Deutschland bis 1933“ (Seminar)
CD „ich will“ (jojo-records)

1996
“In aller Heimlichkeit” (Chansonprogramm; Texte und R: Friedhelm Kändler)
Beginn der Zusammenarbeit mit dem Tigerpalast, Frankfurt/M., als Conferencier
CD „Friedhelm Kändler: Mein schönstes WoWo“ (3 Titel; Cordaria)

1997
Monatliche Kolumne in der Zeitschrift GAB (bis 1999)
Moderator bei Radio X (Frankfurt/M.)
Maxi-CD „Die Maiennacht“ (Sony Music)

1998
„Kitsch! – Lieder und Texte entlang der deutschen Schmerzgrenze“ (R: Birgitta Linde)
„Im Weißen Rössl“ (Revueoperette von Ralph Benatzky; Rolle des Oberkellners Leopold;
P: Alte Mühle, Bad Vilbel; R: Willy Praml)
TV-Portrait „Gelebte Chansons – Jo van Nelsen“ (P: HR; R: Simone Jung)
Maxi-CD „van Nelsen singt Kändler“ (SDR/ jojo-records)
Preis „St.Ingberter Pfanne“ für „Kitsch!“
Preis „Wilhelmshavener Knurrhahn“ für „Kitsch!“
TV „Kitsch!“ (Fernsehaufzeichnung SR)

1999
„Und Tschüss! – Die 1.Abschiedstournee“ (Chansonprogramm)
„Der Erlkönig“ (Titel auf CD-Sampler „Rosebud Red – Songs of Goethe and Nietzsche“; Mastermind Music)
TV „Der Weg zum Leser“ (Rolle des Schriftstellers Bernd Haverkamp; P: HR; R: B.Schneider)

2000
Maxi-CD „Der Erdbeermund“ (Neuaufnahme; Town Music)
TV „Satirefest“ (SFB)
TV „4O Jahre Renitenz Theater: Ausschnitte aus Und Tschüss!“ (SDR)

2001
Thüringer Kleinkunstpreis für „Kitsch!“
„Wir richten scharf und herzlich! – Eine Jahrhundertrevue des deutschen Kabaretts“ (Revue mit Cornelia Niemann, Sabine Fischmann und Jo van Nelsen; Zusammenstellung und R: Jo van Nelsen)
Buch „Wir richten scharf und herzlich! – Chansons aus 100 Jahren Kabarett“ (Chanson-Anthologie/ Kabarettgeschichte von Jo van Nelsen bei dtv)
„Wir richten scharf und herzlich! – Chansons aus 100 Jahren Kabarett“ (Chansonprogramm im Duo mit Sabine Fischmann)
Beginn der freien Mitarbeiterschaft bei hr2 als Rundfunkmoderator, Präsentations- und Tagesredakteur.

2002
CD „Wir richten scharf und herzlich! – Chansons aus 100 Jahren Kabarett“
„Bitte, erschieß deinen Gatten – Eine schwarze Revue“ (Revue mit Cornelia Niemann, Sabine Fischmann und Jo van Nelsen; R: Jo van Nelsen; P: Burgfestspiele Bad Vilbel)
Regie „Heute schon gesucht?“ (Kabarettsolo von Anton le Goff alias Maja Wolff)

2003
„EASY oder Whatever happened to Barbie and Ken?“ (Deutsch-Amerikanisches Popkabarett mit Thorsten Larbig; Text: Bert Bresgen; R: Cornelia Niemann)
TV 3sat „Kulturzeit“ (als Yuppie-Banker in satirischem Kurzbeitrag über Kulturpolitik in Frankfurt/M.)
Regie „Heute abend: Lola Blau“ (Musical von Georg Kreisler; P: Burgfestspiele Bad Vilbel)
TV Moderation der Comedy-Abende aus dem Comoedienhaus Wilhelmsbad, Hanau (P: HR Fernsehen)
CD „Uli Schmid/ F.Kändler: Unter der Sonne von Mexico“ (2 Titel auf Sampler-CD: „Wenn ich wieder wieder liebe“/ „Hammerfest“)

2004
Regie „Big Girls Don´t Cry“ (Programm der Jazz-a-capella-Gruppe „Vokaliesen
Regie „Russisch Brot auf Immenhof“ (Boulevardkomödie von und mit „Die Grundguten“, Gallus Theater, Frankfurt/M.)
„Just Friends – Das Beste aus 15 Jahren“ (Chansonprogramm mit Thorsten Larbig)
Regie „Swing Sisters“; Musical von Wolfgang Adenberg; Uraufführung; Komödie im Marquard, Stuttgart,
Seit Februar: monatliche Satire-Kolumne („Spalter“) in der Frankfurter Rundschau

2005
Regie „Alles Theater oder Wenn Schiller das wüsste…“ (Solokabarett von und mit Iris Stromberger; Alte Mühle Bad Vilbel)
„GRÜN! Ein Abend für eine Farbe. Lieder.Texte.Absurditäten“ (Chansonprogramm mit Thorsten Larbig)
Lesung „Baby Neumann: Nicht zu fassen!“ (Querverlag)
Regie „Butterbrot“ von Gabriel Barylli (Landestheater Schwaben, Memmingen, Premiere: 06.11.05)
Publikumspreis für Regie „Swing Sisters“ (Komödie im Marquardt, Stuttgart)

2006
Lesung „Jo Babba ! – VAN NELSEN LIEST HESSELBACH“
Regie „Charleys Tante“ von Brandon Thomas (Volkstheater Frankfurt; Premiere 11.02.2006)
Uraufführung „Ich hab noch einen Koffer in Berlin. –  Die zwei Leben der Marlene Dietrich“  Bühnenstück mit Musik von Jo van Nelsen, Regie: Jo van Nelsen (Premiere: 19.05.2006, dort unter dem Arbeitstitel „Mythos Marlene“, Komödie im Marquardt, Stuttgart) mit Sona MacDonald als Marlene Dietrich, Piet Arne Pietz, Oliver Krämer u.a.
CD „GRÜN! – Ein Abend für eine Farbe“ (jojo-records 004)
CD „music of the city“ (off town music; 1 Titel auf Sampler: „Stadtillusion“)
Hörbuch-CD „Wenn Winter ist, will Eis ich schlecken“ (Stalburg Theater Tonträgerei; als Sprecher zusammen mit Ingrid ElSigai; Wintertexte von Frankfurter Autoren, darunter auch ein eigener Beitrag)
Textbeitrag in „Mein schwules Auge 3“ (Konkursbuchverlag, Berlin)
„Was, Dir geht’s gut? – Ein musikalischer Wellness-Abend“ (Musikkabarett mit Thorsten Larbig)

2007
Publikumspreis für Regie „Mythos Marlene“ (Komödie im Marquardt, Stuttgart)
Regie „Reform mich, Baby! – Eine erotische Politsatire in 3 Akten“ von Bernd Krieg, Effi B.Rolfs, u.a. (Satirisches Theater Die Schmiere, Premiere  02.03.07)
CD „Zuckerschnecksche, Prinzje & Co – Frankfurter Künstler singen Kinderlieder“ (1 Titel auf Sampler: „Lied von der kleinen Laus Plü“ – Neuaufnahme)
Organisation des AIDS-Benefiz „One World-One Hope“ (u.a. mit Desimo, Duo Fragile, Fabian Schläper, La Salle Brothers, Die Schwerdtfegers)

2008
Regie „Kunst“ von Yasmin Reza (Komödie im Marquardt, Stuttgart; Premiere: 25.01.08; mit Michael Schanze, u.a.)
Regie „Brumm Brumm“ von Michael Herl (Uraufführung; Stalburg Theater, Frankfurt/M.; Premiere: 02.09.08)
Rezept- und Kurzgeschichten-Beitrag als Autor in „Samstag gibt´s dick Supp“ (Hessisches Kochbuch,B3 Verlag, Frankfurt/M.)
Kurzgeschichte und Gedicht in „Das Schwule Auge 5“ (Konkursbuch Verlag, Berlin)
„Just Friends, vol.II“ (Chansonprogramm mit Thorsten Larbig, Klavier)

2009
Regie „Ich war´s nicht“ von „Zu Zweit“ (Chansonprogramm von und mit Tina Häussermann und Fabian Schläper; Premiere: 01.03.09, Renitenz Theater, Stuttgart)
„Wunschlos glücklich!“ (Musikkabarett mit Thorsten Larbig, Klavier; Premiere: 19.03.09, Mousonturm, Frankfurt/M.)
Beginn der Ausbildung zum Systemischen Coach bei Helmut Meier, Frankfurt/M. (2011mit Zertifikat abgeschlossen)
Kurzgeschichte in „Frühlings-Rollen“ (Hrsg. Sandra Wagner; edition zweihorn, Neureichenau)
Regie-Coaching der acapella-Gruppe „High Five“, Offenburg
CD „Was, Dir geht´s gut?“ (jojo-records 005); VÖ: September 2009
Kurzgeschichte in „Schlechter Sex“ (Querverlag, Berlin); VÖ: September 2009
Jurypreis beim Wettbewerb „Braunschweigs schönstes Liebeslied“ im Rahmen des European Minnesang Festival 2000

2010
Coaching der Coverband „Orange Sugar Cubes“
Regie bei der Uraufführung „Die verlorenen Märchen“, Szenisches Konzert für Kinder ab 4 Jahren von Wolfgang Adenberg und Alexander Bermange. Brüder Grimm Märchenfestspiele, Hanau. Eine Produktion von Brothers & Sisters, Zürich. On tour in Deutschland und der Schweiz. Bei der Wiederaufnahme 2011 Übernahme der Rolle des Erzählers.

2011
Regie „Die besten Tage meines Lebens“, Romantische Komödie von Frank Pinkus. Mit Katharina Koch und Markus Streubel. Theaterschiff Stuttgart.
Regie „Die Letzte beißt den Hund“, Musikkabarett von und mit Tina Häussermann. Renitenz Theater, Stuttgart und on tour (Deutscher Kabarettpreis 2013)
Nominierung beim Kabarettwettbewerb „Tuttlinger Krähe 2011“
Regie „Nie! Außer manchmal.“, Musikkabarett von und mit Fabian Schläper. Renitenz Theater, Stuttgart und on tour.
Regie „Konfetti! – Ein Zauberabend für politisch Verwirrte“ von Ingrid Lausund. Mit Simone Mende, Heidrun Reinhardt, Dennis Habermehl, Gotthart Hauschild, Thomas Klees und Dieter Wahlbuhl. Theater für Niedersachsen, Hildesheim.
Coaching der Musikkabarettistin Elsbeth Haak, Frankfurt/M.

2012
Regie „Single-Sex und Sims-Blockaden“, Musikkabarett von und mit Annette Kruhl. Kookabura Comedy Club, Berlin und on tour.
Regie „Supermann aus Bodenhaltung“, Standup-Comedyprogramm von und mit Mathias Münch. ShowSpielhaus, Hofheim und on tour.
Regie „Unsterblichkeitsbatzen“, Solokabarett von und mit Sebastian Nitsch, Berlin und on tour (Prix Pantheon 2015)
Chansonseminar bei der „Kabarettakademie 2011“ in Bad Kissingen
Hörbuch Doppel-CD „Jo van Nelsen liest Die Hesselbachs. Episode Der Kriminalfall von Wolf Schmidt“, jojo-records 006
Hörbuch Doppel-CD „Die Revolte von Rumpelstilzchen & Co. oder Die Vergrimmbesserer“ von Sibylle Nicolai; Rollen Prinz und Achim von Arnim, LC 20680

2013
CD „Lampenfieber – Das Beste aus dem Varieté-Repertoire“, Studioaufnahmen mit Band
Moderation des OVAG-Neujahrs-Varietés
Regie „Umtausch ausgeschlossen!“, Musikkabarett, Zu Zweit, Stuttgart und on tour
Lesung aus Siegfried Kracauer „Ginster“ (im Rahmen von Frankfurt liest ein Buch)
Workshop „Atem und Stimme“ bei der Kabarettakademie 2013 in Bad Kissingen
Regie Neufassung „Reform mich, Baby“, Die Schmiere, Frankfurt am Main
Konzertprogramm „Lampenfieber – Das Jubiläumsprogramm“ mit Band
Regie „Wieder zu haben“, Musikkabarett von und mit Felix Oliver Schepp, Hamburg und on tour
Regie „Rettet Wien!“, Musikkabarett von und mit Henriette Konschill, Frankfurt und on tour
Regie „Umtausch ausgeschlossen!“, Musikkabarett, Zu Zweit, Stuttgart und on tour
Regie „ZeitLoops“ , Musikkabarett, Felix Oliver Schepp, Hamburg und on tour
Dramaturgie und Regie „Das magische Klassenzimmer“, Zaubershow von und mit Harry Keaton, Frankfurt und on tour

2014
„Lampenfieber – Chanson meets Jazz“ Das Jubiläumskonzert zum 25jährigen Bühnenjubiläum in Band- und Trio-Fassung
Kräuter-Pate und Gedicht in „Die Grüne Soße Bibel“ (Societäts Verlag, Frankfurt)
Grammophon-Lesung „Lametta, Gans und Siegerkranz – Ein skurriler deutscher Weihnachtsabend“ (auch als Hörfassung für hr2-kultur)
Coaching der A-Capella-Gruppe „Changes“, Wiesbaden und on tour
Coaching Elsbeth Haak, Chansonprogramm „So Chansons und so“, Frankfurt
Coaching Harry Keaton, Character Halloween-Show
Beginn der Zusammenarbeit mit Hapag Lloyd (Konzerte und Lesungen auf MS Europa und MS Europa 2)

2015
Grammophon-Lesung „Die Schlangendame – Ein frivoler Roman von Otto Julius Bierbaum“ (auch als 4-teilige Radiofassung auf hr2-kultur)
Grammophon-Lesung „Ich verstehe nichts von Kriegen, lassen Sie mich fort!“ – Lesung aus „Ginster“ von Siegfried Kracauer
Grammophon-Lesung „Ein Panter in Berlin – Kurt Tucholsky und der Sound der Zwanziger Jahre“ (auch als live-Mitschnitt auf hr2-kultur)
Regie „Siggi und Horst: Endlich berühmt!“, Kabarettstück von und mit Hans-Jürgen Mock und Bernhard Westenberger, Hausproduktion ShowSpielhaus Hofheim, und on tour
Regie und Script Doctoring „Das große Glotzen“, Musikkabarett, Fabian Schläper, Stuttgart und on tour
Regie und Script Doctoring „Männer, die auf Handys starren“, Musikkabarett, Annette Kruhl, Berlin und on Tour
Coaching Mia Pittroff, Stand-Up-Comedy
Galamoderationen „Stark gegen Krebs“ und „50 Jahre ProFamilia“, Frankfurt
Hörbuch „Lametta, Gans und Siegerkranz“ (Studioaufnahme Hessischer Rundfunk nach der gleichnamigen Grammophon-Lesung)

2016
Grammophon-Lesung „Ich küsse Ihre Hand, Madame – Jüdische Künstler auf Schellack“
Grammophon-Lesung „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ (Roman von Gabriele Tergit)
Grammophon-Lesung „Friedrich Hollaender – Erinnerungen an ein fast vergessenes Multitalent“ (Bio-Feature für hr2-kultur)
Lesung „Der 35.Mai“ von Erich Kästner
Regie „Hellwachträumer“, Solokabarett von und mit Sebastian Nitsch
Regie, Dramaturgie, Script Doctoring „Futschikato“, Musikkabarett, Tina Häussermann, Stuttgart und on tour
Beginn der Arbeit als Schellack- und Vinyl-DJ (u.a. Finissage Schirn Museum, Frankfurt; Swing Events, etc.)
Videospiel-Synchron, u.a. für „Call of Duty“ und „Final Fantasy“, Rolle: Ardyn Izunia, M&S Tonstudios, Offenbach
Filmsynchron „Kingsglaive Final Fantasy XV“, Rolle: Ardyn Izunia; Scala Media/ Sony Pictures

2017
Lesung „Benjamin und seine Väter“ von Herbert Heckmann (Festival „Frankfurt liest ein Buch“)
Regie, Dramaturgie und Scipt Doctoring „Fake News“, Musikkabarett von „Zu Zweit“, Stuttgart und on tour
Hörbuch „Die Schlangendame“ (Studioaufnahme Hessischer Rundfunk der gleichnamigen Grammophon-Lesung)
Hörbuch „Die Panne“ (Die Hesselbachs 2) (Liveaufnahme 2017)
Solo „Solang nicht die Hose am Kronleuchter hängt“ (Schlager und Kabarett der 1920er Jahre). Am Klavier: Bernd Schmidt
Nominierung „St.Ingberter Pfanne 2017“, Jo van Nelsen & Band „Lampenfieber“

2018
Grammophon-Lesung „Kleiner Mann, was nun?“ von Hans Fallada
Grammophon-Lesung „Kabarett(isten) im KZ“

Laudatio von Erwin Grosche zum Thüringer Kleinkunstpreis 2001

Am 1.September 2001 erhielten Jo van Nelsen und Clemens Kanka für ihre Produktion „Kitsch! – Lieder und Texte entlang der deutschen Schmerzgrenze“ (Regie: Birgitta Linde) den Thüringer Kleinkunstpreis 2001, den Meininger „Georg“.

Im Anschluss an die Vorstellung im Georgie´s Off – der Studiobühne des Meininger Stadttheaters – hielt der Kabarettist und Chansonkenner Erwin Grosche – der „Magier des Minimalen“ und der wohl poetischste und skurrilste deutsche Kleinkünstler – die folgende Laudatio:
Das Jo-van-Nelsen-Gefühl

Meine Damen und Herren, liebe Anwesende, heute gilt es einen Künstler zu ehren, der sich schon jetzt darauf freuen kann, welch unfreiwilligen Peinlichkeiten auch diese Preisverleihung adeln wird. Jo van Nelsen ist mit allen Wassern gewaschen ,ein mehrfacher Preistiger, geübt in der Kunst des Händeschütte Ins und der Seitenwahl. Und glauben sie mir, meine Damen und Herren, da wird sich immer hinter einem gefassten Gesicht auch ins Fäustchen gelacht, gerade wenn eine Laudatio zu überschwenglich, wenn nicht gar zu kitschig ausfällt und maßlos überzieht. Aber meine Damen und Herren, auch ich bin mit allen Wassern gewaschen und leg es schon darauf an, Jo van Nelsen vor Scham erröten zu lassen, ihn vor Staunen erzittern zu sehen und ihm das zurückzugeben, was er uns mit diesem KITSCH-Programm eingebrockt hat: Unermeßliche genüßliche Leiden, atemberaubende Unsicherheitsmomente und tiefes peinliches Genießen. Fangen wir an:

Jo, du bist wundervoll. Wer so fühlen kann wie du, wird nicht wissen, wo im Motor eines Geländewagens der Zylinderkopf sitzt, aber er weiß, wo das Herz eines Menschen schlägt und zittert.

Wer Inhaber der großen Leidenschaften ist, muß einfach singen und mit Stil und natürlich mit Gefühl, dem Jo van Nelsen Gefühl. Jo van Nelsen, selbst begnadeter Kitsch- und Tiefsinnsinterpret, zeichnet vor allem eine Eigenschaft aus, er hat zuviel Gefühl, viel zuviel Gefühl. Natürlich muss man dann singen, selbstverständlich Chansons singen um seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, und wie Wunder, dass Jo van Nelsen von Gott diese ausdruckstarke Bariton-Stimme mit auf seinen Weg bekommen hat. Kein Wunder, dass Menschen wie Du und ich, wie Sie und wir, also, manchmal ihren Trost im Kitsch also in der bewußten Irreführung durch Herz und Schmerz suchen. Geben wir es ruhig zu, der Kitsch ist unsere Flucht und damit ein Exil. Die Welt ist nicht schön, wir machen es uns zuhause schön. Jo van Nelsen weiß genau, wohin die Reise geht. Er ist Hüter des Paradieses und verantwortlich für die Special Effekte dort ,die Idee mit dem Apfel und der Schlange stammen von ihm. Er ist es, der uns mit sanfter Stimme und unbeweglichem Lachen lockt, einen Knick ins Herzkissen zu schlagen, anstatt auf der Straße den ehrlichen Kampf Mann gegen Mann, Frau gegen Frau (Alice Schwarzer gegen Verona Feldbusch) zu suchen.

Jo van Nelsen wurde in Zeiten der Studentenrevolte als Baron von Auenzwang im Kurbad des Kaisers in Bad Hornburg geboren. Können sie sich das vorstellen, meine Damen und Herren, Jo van Nelsen wächst in Bad Homburg auf und hat ein Gefühl, das ALLES will? Können sie sich vorstellen, wie er mutig in den Bad Homburger Himmel schaut und will, dass es rote Rosen regnet und er so schön singen möchte wie Peter Alexander oder wenigstens wie Hanne Wieder? 1985,17 jährig und dazu ein ewig verliebter Schüler, „mit 17 wachsen noch Träume“, trat er nicht nur kurz in die katholische Kirche ein und bald wieder aus, sondern präsentierte auch sein erstes Solo Chanson Programm. Nun ging es Schlag auf Schlag bergab und bergauf. Chansonabende wie „Lauter Lügen“(1990), „Küß mich unterm Gummibaum“ (1991),“ich will – Ein Chansonabend für Dich und mich und für Hildegard Knef“(1992),in dem er erstmalig mit dem Klavierspieler, Cellisten und Rockträger Clemens Kanka, übrigens auch ein ehemaliger Baron von Auenzwang, nur aus der Darmstädter Linie, wirkte und auftrat.

Es ist schon bewundernswert, wie sehr diese Zusammenarbeit Früchte trug und trägt und an dieser Stelle möchte ich auch Clemens Kanka loben, der in dem Programm Kitsch weit mehr ist als ein Begleiter oder eine rechte Hand, zumal er scheinbar mit links Barbiepuppe und Peitsche auf die Tasten pickst und hämmert, als gelte es auch immer gleich alles zu zerstören, was man sonst so honigsüß zum Besten geben könnte. Clemens Kanka ist Mitspieler und Gestalter, Interpret und Freund und macht so diesen Chansonabend mit zu einem Theatererlebnis, wo Musikinstrumente plötzlich Requisiten werden, eingesetzt als Verurteilte und Vergewaltigte, gegen ihren Willen gezwungen Kitsch zu spielen und, anstatt sich zu wehren, mitmachen. Welch eine Verschwendung auf einem Flügel den Flohwalzer zu spielen! Das muß bestraft werden, welch ein wundervoller Einfall der Regisseurin Birgitta Linde, übrigens auch eine Baronin von Auenzwang, nur aus der freien Essen/Ruhr-Auenzwanglinie, welch wundervoller Einfall einen Flügel mal auspeitschen zu lassen, auch mir ist manchmal danach, nur trau ich mich nicht oder habe meine Peitsche vergessen.

Jo van Nelsen traut sich. Alles was er anpackt, wird zu Gefühl.

Er ist charmant und stilsicher, Sammler von heulend schönen Texten, die manchmal erst zerstört, seinen hohen Ansprüchen genügen. Kein Wunder, dass er gerade auch deswegen ein gedankentiefer Unsinnsinterpret sein kann, der weiß was er tut, selbst wenn er es nicht tun sollte, weil er wieder dadurch seine armen Zuschauer verwirren wird. Nicht umsonst wird Jo van Nelsen gefeiert für seine Friedhelm-Kändler-Chansonabende und inzwischen auch geschätzt, geliebt, und auch gefürchtet, (natürlich), für seine Tabuverletzungen und Grenzüberschreitungen.

Jo van Nelsen arbeitet als Conferencier, Schauspieler und Buchautor, im November 2001 wird seine Geschichte des Deutschen Chansons, „Wir richten scharf und herzlich – Couplets und Chansons“, erscheinen, und ist längst ein Teil dieser Geschichte. Zum Glück ist er noch immer zu allen Schandtaten und Wohltaten bereit. Am 15.April 1998 hatte seine bisher größte Verwirrung Premiere. „KITSCH!“ erblickt das Licht der Welt und schmeichelt sich schnell ein, trotz patzigen Aneckens, als eine der mutigsten und aufregendsten, ja schönsten Theaterproduktionen, mit der im deutschsprachigen Raum herumgetingelt wird.

Deutschland ist nicht nur „Die Wochenshow“ und „7 Tage- 7 Köpfe“, sondern auch Jo van Nelsen und Clemens Kanka. Welch ein Mut, sich mit diesem Programm, mit diesen Verkleidungen, diesen Requisiten und dieser Inszenierung dem abgestumpften Comedypublikum zu stellen.

Und wie kann man ein Programm KITSCH nennen, ohne ihm selbst zu verfallen? Genau, indem man ihn immer wieder zerstört und ihm keine Macht über sich läßt. Bekleidet mit gefühlsundurchlässiger Lederkleidung, bewaffnet mit Peitsche und neunschwänziger Katze, angekettet wie Odysseus am Schiffsmast, verborgen unter einer kalt grinsenden Maske, kann man es wagen und sich diesem Kitsch stellen ohne Schaden zu nehmen und dem Wahnsinn zu verfallen. Und das Trio Linde-Kanka-Nelsen hat gründlich und genüßlich gewagt und zieht auch uns mit hinein in diesen Gefühlstaumel der Kitschzerstörung. Manchmal so gründlich und genüßlich gewagt, daß wir, das erstaunte und verängstigte Publikum, das Klatschen und das Lachen vergessen und verunsichert hoffen, das wenigstens unsere Lieblingslieder nicht geoutet werden als Weltenflucht und Kitscherguss. Aber nein, niemand wir verschont, nichts wird vergessen. Es ist zu schön, um wahr zu sein.

Jo van Nelsen setzt alles gegen-, über- und untereinander. Mimik, Gestik, Outfit, Musik, Gesangstil und Requisite werden im Kampf gegen den Kitsch eingesetzt wie Knoblauch und Kreuz gegen Vampire. Haben sie gesehen, wie gelassen und deutlich er von seinen Kitschpostkarten liest? Das Lesen auf der Bühne gehört neben dem Weinen und der Pause, zu den schwierigsten Zurschaustellungen. Hier zeigt van Nelsen große Kunst und Gelassenheit. Haben sie bemerkt, wie bei der Weckerhymne „Willy“ ,Clemens Kanka auf dem Klavier ein ganz anderes Kitschthema zitiert, während Jo van Nelsen, aufgeplustert und entblößt, Willies Lied zum besten gibt und eben noch anreichert mit anderen Kitsch-Ikonen, dass man sich wirklich nur noch fürchten kann über unsere Verführbarkeit. Wie Jo van Nelsen dies alles zusammenbringt und doch voneinander abgrenzt, spricht von hoher Musikalität und Schauspielkunst, und zuviel Gefühl, viel zuviel Gefühl. „Schmelz wie Zartbitterschokolade mit Opium gefüllt: Das sind die Attribute, die an seiner Stimme kleben wie dunkles Karamelbonbon“ (Neue Presse Hannover).

Jo van Nelsen ist einzigartig und immer bereit, auch dieses wieder zu zerstören, weil auch die Einzigartigkeit nur dem zusteht, der sich dauernd in Frage stellt, versucht sich zu erneuern und dem dies gelingt. Auf diesem hohen Niveau balanciert Jo van Nelsen über uns traurige Gestalten der Kleinkunstszenerie und hat dabei schon beschlossen die Meßlatte seiner Kunst noch höher zu legen, um nicht gelangweilt zu stürzen in diesen Fernsehmatsch der Belanglosigkeiten und Wiederholungen. Er kann noch mehr und läßt uns nur erst ausruhen und verarbeiten, bis er uns seine neuesten Verwirrungen um die Köpfe schlagen wird.

Ich wünsche ihm die Kraft für alle seine neuen Produktionen, weiterhin Freunde und Begleiter wie Clemens Kanka und Birgitta Linde, auf das noch weitere Geniestreiche wie dieser Irrgarten KITSCH das künstliche Licht der Bühne entstellen werden. Für Kitsch gibt es verdient und natürlich, nach der St. Ingberter Pfanne (1998),dem Wilhelmshavener Knurrhahn (1998) nun den Meininger Georg, also den Meininger Kulturpreis 2001.

Liebes Publikum, ich möchte nun mit ihnen, wenn es klappt, zu Ehren von Jo van Nelsen ein Lied singen, welches wir alle kennen, welches ich ein wenig verändert habe und welches uns natürlich sehr am Herzen liegt:
„Viel Glück und viel Segen
auf all deinen Wegen
sei uns stets ein Felsen
hoch, hoch Jo van Nelsen!“
Also auch noch Danka, Clemens Kanka und nun:
(Publikum singt und Jo van Nelsen bricht in Tränen aus)

Erwin Grosche, 1. September 2001

Audio "hr2-Doppelkopf: Am Tisch mit Jo van Nelsen, Kulturallrounder"

Hier können Sie den Podcast (auch als Download) einer 50-minütigen Sendung von hr2-kultur abrufen, in der Jo van Nelsen im Gespräch mit Daniella Baumeister einen Überblick über sein Schaffen gibt. Originalsendedatum: 19.04.2017