Jo van Nelsen – Die Grammophon-Lesungen

„Einen guten Roman zu lesen, ist schön. Noch viel schöner ist es jedoch, ihn von Jo van Nelsen vorgelesen zu bekommen.“  (Hans Hirschmann: „Belle Époque contra Preußische Ordnung“, in: Frankfurter Neue Presse, 08.04.2016)    

Mit den Grammophon-Lesungen präsentiert Jo van Nelsen ein ganz neues Format auf deutschen Bühnen. Selten dargebotene Texte und Sujets werden dem Vergessen entrissen; der Soundtrack dazu kommt direkt vom Grammophon – originaler geht’s nicht! „Wenn van Nelsen an der Kurbel dreht, wirkt er so liebevoll wie ein Vater, der seinem Kind über den Kopf streicht.“ (Morten Friedel: „Als wäre es strahlende Gegenwart“, in: FAZ, 14.03.2015)

Was Weihnachten 1979 mit einem braunen Koffergrammophon und 5 Schellackplatten begann, ist im Laufe der Jahre zu einer beachtlichen Sammlung angewachsen. Damit diese Schätze nicht im Privaten verborgen bleiben, sondern einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden, entwickelte Jo diese neue Reihe.

Ob markige Märsche des Ersten Weltkrieges, säuselnde Salonmusik oder schmalzige Weihnachtsmelodramen – dem Knistern der Schellackplatten und dem ungewohnten Klang eines Grammophons kann sich kein Zuhörer entziehen: „Es ist, als ob die Zeit im Trichter stecken geblieben wäre, und man hineingesogen würde. Faszinierend!“ (Gästebucheintrag einer Besucherin der „Ginster“-Lesung).

Wie schon in seinen Lesungen der letzten Jahre erweist sich Jo auch hier wieder als perfekter Interpret, der Texte mühelos lebendig werden lässt. Die Bandbreite reicht von propagandistischen Weihnachtsgedichten („Lametta, Gans und Siegerkranz“) über Meilensteine der Neuen Sachlichkeit („Ginster“, „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“) bis zum satirischen Varieté-Roman („Die Schlangendame„) und einer Hommage an den Satiriker und Grammophon-Fan Kurt Tucholsky („Ein Panter in Berlin„). Weitere Lesungen, so zum Beispiel mit Ausschnitten aus Kitsch-Romanen des 19.Jahrhunderts und zur Geschichte der Schallplatte, sind in Planung. „Van Nelsen hat schon einmal, als er 100 Jahre Kabarett zu einem Bühnenprogramm gemacht hat, gezeigt, dass er sowohl recherchieren als auch schreiben und spielen kann.“ (Eva-Maria Magel: „Früher war mehr Lametta“, in: FAZ, 06.12.2014)

Die Verschränkung von Text und Musik, nebeneinander und übereinander, meist ergänzt durch zeitgenössische Bilder, Illustrationen und Filme, präsentiert sich als multimediales Ereignis fern jedes trockenen Geschichtsunterrichts oder einseitiger Nostalgieverklärung. Im Mittelpunkt der Grammophon-Lesungen steht der Spaß am Entdecken des Vergangenen, das staunende Kopfschütteln über Kurioses, das Gruseln über Gewesenes. „Witzig, scheußlich, infam – aber alles mit einer sehr zum Nachdenken anregenden Darstellung.“ (Hans Hirschmann: „Von Kitsch- zu Gruselstücken“, in : Frankfurter Neue Presse, 12.12.2014)

„Seine Sammlung reicht von Kitsch über Kurioses bis zu Gruseligem. (…) Van Nelsen schafft einen einzigartigen Raum für Zeitgeschichte. (…) Mit den Grammophonlesungen hat der wortgewandte Sprachkünstler ein neues Bühnengenre kreiert.“ (Anke Lutjens: „Lametta an Heldenbrust“, in: Leine Zeitung/ Hannoversche Allgemeine Zeitung, 15.12.2014)

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