Die Erfindung des CHOUCH
Boris Steinbergs neue CD „Die Stille der Gewohnheit“
Mitten im gefürchteten Sommerloch stellt der rührige Berliner Chansonnier und Songwriter Boris Steinberg sein neues Album „Die Stille der Gewohnheit“ vor. Gewagt, aber konzeptionell passend: Sind doch die hier versammelten 13 Tracks allesamt die ideale Chill-Out-Musik für einen heißen, gefühlvollen Sommer! Besonders die schönen Café-del-Mar-Arrangements und – Abmischungen des Produzenten/Komponisten docflo begeistern und ergeben gepaart mit Steinbergs esoterischen Innenschau-Texten nichts anderes als eine neue Kunstrichtung: das CHOUCH – das Chill-Out-Chanson. Radiohitverdächtig dabei die zwei vom Gitarristen LeeMan geschriebenen Songs „Come to Dust“ und „Zwischen hier und irgendwo“, die mit ihrem ehrlichen irischen Gitarrenpop einen schönen Akzent zwischen die breiten Klangteppiche setzen und den gerne mal tief raunenden und flüsternden Steinberg auch ein wenig stimmlich aus der Reserve locken. Highlight aber ist wohl die Neuinterpretation von Barbara Thalheims „Und keiner sagt: Ich liebe dich“, ein Text um die Wiederbegegnung mit alten Freunden, dessen Traurigkeit Steinberg wunderbar auslotet und dessen Direktheit ihm in seinen eigenen Texten nicht immer gelingt. Lieben muß die gay-community ihn allerdings für seine wunderbare Refrainzeile „Und dein wanderndes Herz hält den Daumen in den Wind/ Es weiß immer ganz genau/ Wo die Jungs am schönsten sind“. Da hört man ihn lächeln beim Singen – und lächelnd ist Steinberg unwiderstehlich! Live zu erleben ab Herbst auf Tour in Deutschland, am 8.11. dann auch in Frankfurts Romanfabrik.
Boris Steinberg: „Die Stille der Gewohnheit“ (duo-phon records/ pool Bestellnummer 02273); www.boris-steinberg.de
© Jo van Nelsen, 11.07.2003 für GAB-Magazin/CMC-Publishing